Kronensicherung

Kronensicherungen dienen zur Stabilisierung der Krone und sollen das Herausbrechen oder das Herabstürzen von Kronenteilen vermeiden. Oft soll auf diesem Wege die Verkehrssicherheit von bruchgefährdeten Kronen wieder hergestellt werden. Dazu werden Äste oder Stammteile miteinander verbunden. Die Kronensicherung geht oft mit Kronen- oder Entlastungsschnitten einher. Dabei sind die Schnittgesetze sowie die Reaktionen der Bäume zu berücksichtigen.

Die 100%-ige Verkehrssicherung kann aber auch nicht mit Kronensicherungen erreicht werden, da der gesamte Baum nie als 100%-ig sicher angesehen werden kann.

Es wird in verschiedene Kronensicherungssysteme unterschieden.

Kronensicherung1. nicht verletzungsfrei einbaubare Systeme
Hierbei werden oder wurden die lastaufnehmenden Stamm- oder Kronenteile durchbohrt. An den installierten Gewindestangen wurden dann die Seile, zumeist Stahlseile fixiert.
Durch das Bohren wurde der Holzkörper derart verletzt, so dass die Besiedlung mit holzabbauenden Pilzen und der Abbau des Holzes die unmittelbare Folge war. Solche Systeme zur Kronensicherung entsprechen nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik und werden deshalb kaum noch eingebaut. Es ist im Rahmen des Baumkatasters zu prüfen, ob nicht bestehende alte Kronensicherungen durch neue, verletzungsfreie Systeme ersetzt werden sollten.

2. verletzungsfrei einbaubare Systeme
Hierzu gehören Sicherungen aus Stahl-, Kunststoffseilen und Gurtbändern. Diese werden heutzutage vielfach eingebaut. Erfahrungen mit Materialien aus Kunststoff gibt es erst seit ca. 10 Jahren. Die Entwicklung auf diesem Gebiet ist noch nicht zu Ende. Die Festigkeit der Materialien wird ständig verbessert.
Untersuchungen des Forschungszentrums Karlsruhe haben gezeigt, dass die von den Herstellern zugesagte und überprüfte Bruchkraft der Systeme Cobra plus, Crown Tex, Gefa-System und Stahlseilen meist übereinstimmt oder geringfügig haltbarer sind. In diesen Versuchen sind fabrikneue Materialien getestet worden. Langfristige Versuche haben gezeigt, dass die Tragfähigkeit innerhalb von 5 Jahren um ca. 10 % abnimmt. Die Einbauhöhe für Kronensicherungen muss im oberen Drittel des zu sichernde Stämmlings vorgenommen werden.
 Kronensicherung bei mehreren StämmlingenDie Taue müssen leicht hängend eingebaut werden, damit sich die Stämme immer noch bewegen können. Solch eine Absicherung darf nie statisch sein. Der Baum hat so immer noch die Möglichkeit dort neues Gewebe anzubauen, wo Spannungen auftreten (Kompensationswachstum). Somit wird die Bruchsicherheit erhöht, bzw. die Abnahme der Bruchsicherheit verlangsamt.
Werden die Sicherungen statisch eingebaut, so setzt ein Dickenwachstum der Stämmlinge über der Einbaustelle sowie ein weiteres Höhenwachstum ein. Der Baum geht von einer scheinbaren Sicherheit aus. Auffangsicherungen sollten hingegen möglichst steil eingebaut werden, um so den Weg des Fallens zu reduzieren. Eine Kombination aus Kronensicherung, Auffangsicherung und möglichen Schnittmaßnahmen, Entlastungsschnitt ist hierbei zu prüfen.

Eine weitere Unterscheidung ist die in dynamische Sicherung, starre Sicherung und Auffangsicherung.dynamische Sicherung
Starre SicherungAbsturzsicherung

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Einbaukontrolle

Eine Kronensicherung darf man nicht einbauen und dann sich selbst überlassen. Im Rahmen der Baumkontrolle nach Baumkontrollrichtlinie 2004 muss sie, wie der Baum selbst, einer turnusmäßigen Kontrolle unterzogen werden. Von außen ist nicht sichtbar, wie tragfähig ein Seil noch ist. Aber man kennt die Festigkeitsverluste pro Jahr. Deshalb ist zuerst einmal die Feststellung des Einbaujahres von wesentlicher Bedeutung. Hier hilft dann eine Plakette mit der jeweiligen Jahresfarbe, wie beim TÜV, die Auskunft geben kann. Sollte eine Kronensicherung einmal durch ein Starkwindereignis überlastet worden sein, sieht man das bei allen Kunststoffseilsystemen an einem auffälligen Durchhang, der durch Geraderecken der Seilfasern entstanden ist.

 

Quellen:

Arbotec

Baumkletterschule

 

Weiterführende Informationen:

Tree Consult